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Samstag, 3. Dezember 2011

Widerlichkeiten, Qualen und Schäden für die Umwelt hinter Schuhen, Taschen und Uhren von Gucci, Hermès, Cartier und Bally

Wahrscheinlich hat zwar keiner meiner Leser das Geld sich irgendetwas von diesen Marken zu kaufen, aber vielleicht kennt irgendeiner irgendjemanden der das tut oder hat grade im Moment vor, etwas über die tolle neue Kollektion von Gucci/Cartier/Hermès oder Bally zu posten - daher bitte ich euch: tut's nicht, bzw. versucht es jedem, der dort käuft auszureden. Ich habe gerade einen Bericht gelesen, den ich gleich mal hier rein kopiere.

Lebend gehäutet – für unseren Luxus

Für exklusive Taschen, Schuhe oder Gürtel importiert die europäische Mode-Industrie Reptilienhäute aus Südostasien. Der überwiegende Teil dieser Häute kommt aus Indonesien. Dort werden jedes Jahr Hunderttausende Netzpythons und Bindenwarane gefangen, gequält und brutal getötet. Wissenschaftler warnen auch vor den ökologischen Folgen.
Bindenwarane sind intelligent, gute Schwimmer – und Einzelgänger

In dem dunklen, stickigen Lagerraum liegen die blauen Säcke dicht nebeneinander auf dem Boden. Sie sind prall gefüllt und zucken wie unter Stromstößen. In den Säcken befinden sich gefesselte Bindenwarane. Nach der langen Fahrt über holprige Straßen vom Land in die Stadt sind einige von ihnen bereits verendet, andere haben gebrochene Knochen oder offene Wunden. „Es ist ein grausamer Anblick“, sagt Dr. Mark Auliya, ein Biologe, der die Schlachthäuser Malaysias und Indonesiens für seine Forschungen besichtigte.

Die Säcke liegen in der sengenden Hitze, bis das Lager gut gefüllt ist. Dann beginnt die Arbeit der Schlächter. Filmaufnahmen zeigen, wie man die Warane mit einem Schlag auf den Kopf betäubt und ihnen bei lebendigem Leib die Haut in einem Ruck abzieht. In dem Schlachthaus werden auch Pythons grausam getötet. Noch lebend, werden sie mit Wasser vollgepumpt, damit sich die Haut gut spannt. Dann hängt man sie an Haken auf, bevor sie gehäutet werden. Die Körper landen in der Ecke des Schlachthauses, wo die Tiere in einem langen Todeskampf elend verenden.

Allein im Jahr 2010 hatte Indonesien eine Exportquote von 157.500 Netzpython- und 413.100 Waranhäuten. In Europa verarbeiten Luxus-Mode-Marken wie Gucci, Hermès, Cartier und Bally die Häute zu Uhrenarmbändern, Schuhen und Taschen. Obwohl es längst täuschend echte Imitate gibt importieren die Modekonzerne weiterhin die Reptilienhäute aus der brutalen Schlachtung. Die Hälfte der Haut-Lieferungen nach Europa bezieht Italien. Aber auch die Schweiz und Frankreich sind Großabnehmer.

Die Tiere werden in der Wildnis gefangen; wie viele es gibt, weiß niemand

Netzpythons werden bis zu neun Meter lang und 100 Kilo schwer – aber dem Menschen sind sie hilflos ausgeliefert. Pythons und Warane sind wichtig für  das Waldökosystem
Netzpythons werden bis zu neun Meter lang und 100 Kilo schwer – aber dem Menschen sind sie hilflos ausgeliefert. Pythons und Warane sind wichtig für das Waldökosystem

Neben den ethisch-moralischen Bedenken, Tiere für Taschen grausam leiden zu lassen, warnen Biologen auch vor den ökologischen Gefahren der exzessiven Jagd auf Großreptilien. Die Modehäuser versichern immer wieder, dass die Häute aus Zuchtstationen stammen, doch Experten haben dies längst widerlegt: „Alle Bindenwarane, deren Haut für die Modeindustrie gehandelt wird, kommen aus der Wildnis. Das Gleiche gilt für die Netzpythons aus Indonesien und Malaysia“, erklärt Dr. Mark Auliya vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung.

Sowohl Bindenwarane als auch Netzpythons sind laut Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES) als „Anhang II – Arten“ klassifiziert. Der Handel mit diesen Arten ist legal, unterliegt aber einem bestimmten Genehmigungsverfahren und einer Quotenregelung. Problem ist, dass die exportierenden Länder die Quoten für den Handel selbst festlegen können und diese nicht einmal dem CITES-Sekretariat mitteilen müssen. In Indonesien gibt es keine wissenschaftlichen Studien über den Gesamtumfang der gejagten Populationen. Die Festlegung von aktuellen Quoten wird von den Händlern direkt beeinflusst und orientiert sich oftmals an der Fangzahl vom Vorjahr.

Die Jagd macht nur die Firmen reich – die einheimischen Jäger verdienen kaum

Ein Netzpython könnte 25 Jahre leben und zum Beispiel die Reisfelder der Bauern von Rattenplagen befreien. Wie lange „überlebt“ wohl so ein Stiefel aus seiner Haut?
Ein Netzpython könnte 25 Jahre leben und zum Beispiel die Reisfelder der Bauern von Rattenplagen befreien. Wie lange „überlebt“ wohl so ein Stiefel aus seiner Haut?

Es gibt nicht einmal grobe Schätzungen, wie viele Tiere von einer Art in den entsprechenden Regionen des Landes leben, und somit weiß niemand, welchen Einfluss der Fang von jährlich Hunderttausenden Exemplaren auf die Entwicklung
der bejagten Populationen und das Ökosystem hat.

„Wachsende Siedlungen, Ölpalmplantagen und die Haut- Jagd hinterlassen ihre Spuren. Lokal stellen wir schon erhebliche Populationseinbußen fest und auch die gefangenen Tiere werden im Durchschnitt immer kleiner“, so Mark Auliya. Dabei erfüllen der bis zu neun Meter lange Netzpython und der bis zu drei Meter lange Bindenwaran wichtige Aufgaben in der Natur. In ihrer Umgebung sind die Reptilien oft die größten Jäger und stehen am Ende der Nahrungskette.Sie halten das ökologische Gleichgewicht aufrecht, indem sie die intensive Ausbreitung bestimmter kleinerer Arten verhindern.In ländlichen Regionen sind vor allem die ungiftigen Netzpythons wegen ihres großen Hungers auf Ratten gern gesehene Gäste. Der Bindenwaran übernimmt als Aasfresser in der Natur die Funktion der „Gesundheitspolizei“.

Bisher rechtfertigten sich die Modekonzerne damit, dass sie der lokalen Bevölkerung in Indonesien mit der Jagd auf die Reptilien das Überleben sichern. Experten, welche die Situation vor Ort überprüften, meinen jedoch, dass die Zahl professioneller Jäger gering ist und sich Bauern mit der Jagd nur ein kleines Zubrot verdienen. Es reicht bei Weitem nicht dazu aus, die Familie zu ernähren – bei den Bauern kommt nur ein Bruchteil des Verkaufspreises an.

Für Reptilien gibt es keine Schonsaison – und so kann sich ihr Bestand zu keiner Zeit erholen. Selbst wenn die stark schwankenden Weltmarktpreise niedrig sind, werden die Tiere weiterhin in unverminderter Zahl gejagt. Denn Reptilienhäute kann man viele Jahre getrocknet ohne Qualitätsverlust einlagern. Steigt der Preis, geben die Händler wieder mehr Häute in den Verkauf.

Modefirmen und Kunden haben es in der Hand, ob die Tiere eine Zukunft haben

Den Marktpreis bestimmt vor allem die Nachfrage aus der Modeindustrie – und letztendlich die ihrer Kundschaft. Wie viel eine Reptilienhaut kostet, bemisst sich nach Länge oder Gewicht. Ein Meter Pythonhaut wird zwischen 8 und 16 US-Dollar gehandelt.


Langfristig schadet die Reptilienjagd sogar der lokalen Landwirtschaft. In Westmalaysia, das wegen seiner maßlosen Jagd auf Netzpythons von der EU mit einem Importverbot ihrer Häute belegt wurde, beklagen sich die Bauern vielerorts über Rattenplagen auf den Reisfeldern. Die Netzpythons, die die Ratten fraßen und somit deren Population gering hielten, werden immer seltener.

„Die großen Modepäpste müssen zur Verantwortung gezogen werden“, sagt Mark Auliya.
Aber auch jeder Kunde sollte erfahren, wie grausam die luxuriösen Lederwaren hergestellt werden. Nur wer von dem unbeschreiblichen Leid der Tiere weiß, wird keine Taschen, Schuhe oder Gürtel aus ihrer Haut mehr kaufen wollen.

Die milliardenschweren Modekonzerne sind offensichtlich nur durch öffentlichen Druck von ihrem blutigen Handwerk abzubringen. Bitte protestieren Sie mit uns. Damit Netzpythons und Warane im indonesischen Regenwald überleben können.

SO KÖNNEN SIE HELFEN:

Warane und Schlangen brauchen dringend eine Lobby.

Bestellen Sie bei Rettet den Regenwald Unterschriftenlisten gegen Reptilien-Leder. Die können Sie direkt in den Geschäften der Hersteller abgeben oder uns zurückschicken.Wir senden Ihnen auch gern den Regenwald Report zum Verteilen zu – je mehr Kunden über die grausamen Qualen der Tiere wissen, desto größer ist ihre Chance zu überleben.



Wir wollen unsere Kampagne und Öffentlichkeitsarbeit so lange fortsetzen, bis die Modeindustrie auf die Importe verzichtet. Bitte helfen Sie auch mit einer Spende.


http://www.regenwald.org/regenwaldreport/2011/345/lebend-gehautet-fur-unseren-luxus


http://www.peta.org/issues/animals-used-for-clothing/photos.aspx

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