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Mittwoch, 19. März 2014

Seidenschmetterlinge

Heute möchte ich euch die indische Firma Coccon von Chandra Prakash Jha vorstellen.

Ich denke den meisten ist klar, dass für Seide leider Schmetterlinge bzw. Raupen in ihren Kokons lebendig zu Tode gekocht werden müssen. Ich wusste auch davon, jedoch wusste ich nicht in welchem gigantischen Ausmaß - für einen einzigen Seidenschal sterben ca. 4000 Seidenschmetterlinge! Das ist eine schreckliche Praxis und passt so gar nicht so der federleichten, harmonischen, feinen Seide die dabei rauskommt. Es ist krass, dass diese zu-Tode-Kochen von Tausenden von Schmetterlingen ausgerechnet in Indien größtenteils passiert, wo in Indien doch Buddhismus und Hinduismus am verbreitetsten sind und dort der Tierschutz eigentlich besonders großgeschrieben wird. Schmetterlinge sind solche tollen anmutigen Geschöpfe, doch auf Seide verzichten möchte man auch nicht.

"Normale" Herstellung:

Nun Prakash hat als erster ein Verfahren entwickelt mit dem die Schmetterlinge nicht getötet werden. Er stellt die erste sogenannte Ahimsa-Seide her. Das heißt auf indisch "nicht verletzen" und ist ein Verfahren bei dem der Seidenfaden erst von dem Kokon gespannt wird, wenn der Schmetterling schon geschlüpft ist. Genauer gesagt werden die Kokons eingeritzt sodass die Schmetterlinge nach ihrer "Verwandlung" aus dem Kokon schlüpfen können ohne diesen und somit auch den Faden zu zerstören. Erst danach werden die Kokons gekocht und der Faden wird abgezogen. Es ist gar nicht so leicht die Kokons einzuritzen ohne die Schmetterlinge zu verletzen und seine Arbeiter sind darin besonders geschult.

Prakash selbst ist ein 36-jähriger Designer aus Jharkhand, der jedoch in Hagen lebt. Er studierte am Delhi Institute of Fashion Technology.

Vor seinen gewaltfreien Seide produzierte er bereits Soja-Seide und bekam dafür 2012 den Source Award for ethical fashion".

Coccon lässt in Jharkhand produzieren, obwohl diese Region sehr arm ist. Seine Arbeiter bezahlt er besser als herkömmliche Seidenfabrikanten und gewährleistet ihnen dadurch ein menschenwürdigeres Leben. Neben seiner gewaltfreien Produktion, stellt er seine Stoffe auch ohne Chemikalien her, benutzt für seine Bügel recyceltes Papier, für die Knöpfe seiner Kleidungsstücke benutztes Holz und verwertet u.a. auch alte Saris weiter. Um die Transportwege umweltfreundlicher zu gestalten bestellt er für einige seiner anderen Kleidungsstücke Stoffe, die in kleinen Mengen per Schiff transportiert werden, was man "Container Sharing" nennt. Er ist also ein richtiger Umwelt-Held!

Und dabei sind seine Stoffe und Kleidungsstücke gar nicht soo teuer und vor allem wirklich schön! Ich bin begeistert!


Bio-Ahimsa-Seiden-Schmetterlinge:

Herstellung:

Der fertige Stoff:

http://www.cocccon.de/

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