Themen

Rezepte (126) Mode (91) Musik (46) Reisen (37) Sport (19) Fotos (17)

Donnerstag, 6. November 2014

Berlin

In den Herbstferien bin ich mit meinem Vater meinen Onkel in Berlin besuchen gefahren. Wir sind sonntags losgefahren und haben für die Fahrt nur 5 Stunden gebraucht, kamen also prima durch. Wir haben uns abgewechselt mit dem Fahren.

Mein Onkel ist der Chef von einem der größzen Pharmakonzerne weltweit und lebt seit ein paar Monaten, wegen seiner Arbeit, in Berlin Mitte in einem gerade neu gebauten Haus, nur 5min Gehweg vom Alexanderplatz entfernt, also mitten im Zentrum. Mein Onkel weiß es nicht, meinen Onkel kümmert es nicht (Er kommt aus den USA und macht nur vorübergehend seinen Job hier.) und mein Onkel hat auch keine böse Absicht, aber er ist einer der typischen Gentrifier. Sein Haus wurde neu gebaut, dafür wurde die altangestammte Bevölkerung vertrieben, um die Viertel aufzuwerten, sodass genau die megareichen Businesstypen wie mein Onkel dort einziehen. Seine Wohnung ist sehr groß, sehr modern, hohe Decken, Balkon... Ich habe mich vor Kurzem in meinem Erdkunde-LK mit Gentrifizierung auseinandergesetzt, daher ist mir das hier so aufgefallen. Es gibt in dieser Gegend auch viele sehr gute deutsche Restaurants.
Diese Filme habe ich damals in Youtube gefunden. Laut aus Berlin bringt wirklich super Beiträge.

Wir haben eine dieser typischen Sightseeing-Touren in einem roten Bus gemacht, die sind zwar super Touri-haft, aber auch einfach echt gut. Eigentlich wollten wir auch in das Sealife, aber dann sind wir doch nicht gegangen. Eigentlich besuche ich generell keine Zoos, Aquarien etc., da Wildtierhaltung meiner Meinung nach nie artgerecht ist und ich so etwas nicht unterstützen will. Bei Seelife würde ich jedoch eine Ausnahme machen, da ich mal einen Bericht darüber gelesen habe. Sie nehmen wohl auch viele verletzte Tiere auf, die in freier Wildbahn nicht überleben würden und retten ihnen das Leben.

Wir waren natürlich am Alexanderplatz mit dem Fernsehturm, den wir aber leider nicht bestiegen haben, da man vorher 3einhalb Stunden warten muss. Man sieht ihn in ganz Berlin. Er ist das größte Gebäude Deutschland und Wahrzeichen der Stadt.

Es gibt sehr viele Straßenkünstler- Breakdancer, Sänger... und auch viele Leute, die in der U-Bah irgendwelche Auftritte machen und sich so eine Kleinigkeit verdienen. Das liebe ich an Großstädten.

Außerdem findet man in Großstädten einfach auch immer mehr politisches Engagement z.B. Demos oder Infostände wie hier in Kreuzberg.

Wir haben uns zweimal Tagestickets für die U-Bahn gekauft. Das ist super praktisch und auch preiswert (6€). Wir waren am Brandenburger Tor und am Kurfürstendamm shoppen, waren im Regierungsviertel, am Potsdamer Platz...

Wir haben eine Bootstour auf der Spree gemacht. Die war sehr schön, das Wetter war auch prima - Zwar kalt, aber blauer Himmel und Sonne.

Auch zur Siegessäule sind wir gelaufen. Sie sollte eigentlich nach dem 1. Befreiungskrieg, dem Deutsch-Französischem Krieg, im 19.Jahrhundert erbaut werden, dann kam jedoch der 2. Befreiungskrieg und der 3. dazwischen. Nun ist sie ein Denkmal für alle drei Siege. Unten ist ein Bronzerelief der Schlacht bei Königgrätz. Die goldenen Dinger sind echte vergoldete feindliche Geschütze aus dem Krieg. Oben steht die Figur der Siegesgöttin Victoria, die den preußischen Adlerhelm trägt. Zur Nazi-Zeit wurde die Siegessäule noch um ein Stockwerk erhöht.
Ich weiß nicht ob es euch interessiert, aber ich habe die Woche ein Referat über die Außenpolitik zu Bismarcks Zeit gehalten, daher habe ich mich ein wenig damit beschäftigt.

Berlin gilt ja als Graffiti-Hauptstadt, ich habe zwar einige schöne Graffitis gesehen, aber nicht so wie ich dachte. Ehrlich gesagt habe ich z.B. in Porto mehr gute Graffitis oder Streetart gesehen. Ich stehe, muss ich dazu sagen, aber sowieso mehr auf Streetart, vielleicht deshalb.

Wir waren am riesigen Bahnhof, am Checkpoint-Charlie, dem Juden-Denkmal und am Mauerpark. Er ist leider viel kleiner als erwartet. Insgesamt sind von der Mauer in Berlin ja nur mini Stücke erhalten. Ich dachte es wäre viel mehr erhalten.


Es gibt wahnsinnig viele aufwendig verzierte große alte Gebäude, die Museen, Theater, Universitäten etc. beherbergen, aber auch sehr viele super moderne große Gebäude daneben. Es gibt schon alles in Berlin und Berlin hat wahnsinnig viel Kultur zu bieten. Die Stadt hat ja auch eine außergewöhnliche Geschichte. 

Man findet auch extrem viele Botschaften dort. Es kommt mir so vor, als würde man alle paar Meter an irgendeiner Botschaft vorbeilaufen.

Diese Rohre sieht man überall. Sie sind wohl um Wasser aus dem Boden zu pumpen für das Fundament von neuen Bauten. Das habe ich auch sonst noch nirgendwo gesehen.

Wir haben uns auf die Suche nach dem legendären U-Bahn-Ficker gemacht und tatsächlich die sagenumwobene U-Bahn-Station an der Schönleinstraße gefunden.

Ich hatte mir zuvor extra die aktuelle Ausgabe des Stern gekauft, weil dort ein Bericht über Berlin war. Wir haben mehrere Tipps aus dem Stern aufgesucht
- der Preußenpark ist angeblich "Klein-Bangkok" - Es war ein Park. Leer. Kein Mensch da. Ein Jogger und ein Hase der vor uns hergehoppelt ist.
- 2 weitere "Geheimtipps" hatten geschlossen. Hurra.

Außerdem waren wir natürlich in Kreuzberg und Neukölln einkaufen und essen. Es gibt zwar viele Ausländer und auch sehr orientalische Läden, aber ich hatte mir vom Hören-Sagen Kreuzberg eigentlich wie Istanbul in Deutschland vorgestellt, aber Viertel wie Kreuzberg gibt es in jeder Stadt. Es ist weit deutscher als man denkt. Eines muss ich aber sagen - an der U-Bahn-Station Hermannplatz in Neukölln gibt es 2 große gute nicht ausgetrocknet...) Simit für 1€! Vielleicht doch bisschen Istanbul...

Berlin insgesamt gilt ja als ausgeflippt. Die Berliner vergleichen sich gerne mit Weltstädten wie Paris, London, New York... Nunja, aber es ist absolut nicht damit vergleichbar. Ich hatte mehr schöne kleine abgedrehte, außergewöhnliche Läden mit coolem Zeug erwartet. Meiner Meinung nach ist die Innenstadt zumindest nicht anders als die der meisten deutschen oder sogar europäischen Großstädte. Es ist nicht anders als München, Köln, Dortmund, Frankfurt...

Zwei schöne Läden haben wir aber gefunden: Bambus Dreams, ein wunderschönes und sogar preiswertes orientlaisches Möbel-, Deko- und Kleidergeschäft  und Coffee Fellows. Dieses Café ist zwar etwas teuer, aber sehr schön. Sie haben auch tolle vegan Bagels, z.B. einen Avocado-Bagel, die sie frisch zubereiten.


Und abends waren wir in einer netten mexikanischen Bar namens Cancun am Alexanderplatz.

Ich habe mich gefreut mal etwas mit meinem Vater und meinem Onkel zu unternehmen und es war schon eine schöne Erfahrung!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Ich freue mich über eure Ideen/Meinungen/Reaktionen. Kritik gerne - ich will meinen Blog ja schließlich auch verbessern, aber bitte nur begründete (nicht einfach grundlos beleidigen etc. - auch wenn das bis jetzt noch nie vorkam - ihr seid toll <3 )!