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Samstag, 27. Dezember 2014

Marrakesch - die rote Stadt

Das Wochenende bin ich zusammen mit meiner Mutter für 4 Tage nach Marrakesch geflogen. Meine Mutter war im Februar bereits eine Woche mit meinem Vater dort und hellauf begeistert. Deshalb wollte sie mir es unbedingt auch zeigen. In Marokko ist im Dezember noch wirklich gutes Wetter. Morgens, abends und nachts kühlt es zwar sehr schnell ab und wir hatten nur an die 12°C, aber tagsüber waren es immer zwischen 18°C und 25°C. Es war super angenehm mal hier aus dem Schnee rauszukommen. Außerdem hat man immer blauen Himmel und das macht schon sehr viel aus. Man hat einfach mehr Lebensfreude. Im Sommer muss es extrem heiß in Marokko werden, sodass es schon wieder unangenehm ist. Dezember ist also eine perfekte Zeit für eine orientalische Städtetour.

Ich heiße es zwar nicht gut, dass sich Frauen in arabischen Ländern verschleiern müssen, aber mit Religion und Freiwilligkeit ist das ja so eine Sache. Das Verschleiern kommt ja auch nicht nur aus dem Islam, sondern hat einfach auch in vielen Ländern Tradition. Frauen verschleiern sich auch auf dem Land in Russland und in Indien und sie werden nicht unterdrückt. Einfach weil die Mode dort so ist und auch aus praktischen Gründen, damit die Haare nicht nerven, man weniger schwitzt etc. Wie dem auch sei, generell finde ich es natürlich besser, wenn man so herumlaufen darf wie man will. Dennoch denke ich, wenn man in einem Land zu Gast ist, wo die Menschen eben nicht so freizügig rumlaufen, sollte man das auch akzeptieren. Man muss es ja nicht provozieren. Andere Länder andere Sitten. Selbst wenn einem wahrscheinlich nichts passieren würde, wenn man in FlipFlops, Spaghetti-Top, bauchfrei oder mit Hotpants durch die Stadt läuft, finde ich das einfach respektlos. Zudem rückt es uns Europäer bzw. allgemein Menschen aus den Industrieländern auch in ein schlechtes Licht. Die Marrokaner müssen doch denken wir wären alle nur oberflächliche Bitches die nur auf eines aus sind, so wie manche herumlaufen. Man kann Kontakte auch auf einem ganz anderen Niveau knüpfen, wenn man nicht jedem seinen Po ins Gesicht hält. Sonst nähern sich islamische und westliche Kultur ja wirklich nicht besser an. Auch das ist ein guter Grund lieber im Frühling oder Herbst zu kommen und nicht im Hochsommer. Ich habe in Marrakesch und auch in Istanbul und im Nordosten der Türkei (auch einfach damit man mich eher ernst nimmt) zum Beispiel oft T-Shirts (aber keine Tops) und Haremshosen (die die Hitze auch wirklich sehr gut abhalten) Turnschuhe oder Espandrilles getragen.
Lest auch: http://www.jodie30o.blogspot.de/2013/12/turkei-istanbul-u-schwarzmeerkuste.html und http://www.jodie30o.blogspot.de/2014/09/turkei-2014-5-tage-istanbul-16-tage.html

Die traditionelle Kleidung sind Kapuzenmäntel in weiß oder orange namens Djellaba für Männer und Kaftans für Frauen. Tatsächlich tragen auch wirklich viele Männer diese Umhänge und darauf immer viel zu kleine Schuhe. Frauen hingegen laufen meistens in Bademänteln herum.

Marrakesch hat ganz gut gepasst, denn ich habe letztens auf Französisch ein Referat über Marokko, was ja eine ehemalige französische Kolonie ist, halten müssen und noch letzte Woche ein Referat in Erdkunde über die islamisch-orientalische Stadt anhand des Beispiels Marrakesch. Ich empfehle euch mal unter Google Earth dieses gelbe Männlein auf die blauen Punkte in die Medina zu ziehen. Das macht richtig Spaß.

Wir haben uns prima zurecht gefunden. Jeder spricht perfekt Französisch (auch untereinander ab und zu) und auch die Zeitungen und Schilder sind auf Französich. Und auch Englisch kann beinahe jeder fließend! Nicht etwa so wie man in Frankreich oder der Türkei Englisch spricht! Außerdem sind auch viele arabische Wörter gleich den türkischen Wörtern z.B. "İyi akşamlar" (Guten Abend), "Hesap" (Rechnung), "Haydı" (Los! aber auch: "Yallah") und "lütfen" (bitte).

Über Ryanair bekommt man sehr billige Flüge und auch die Riads (private Pensionen mit Innenhof in der Medina) sind sehr preiswert. Essen gehen und Shoppen ist ebenfalls günstig. 1€ sind umgerechnet etwa 10 Dirham. Daran sieht man finde ich schon, dass es für Europäer günstig wird, denn 100 Dirham klingt nunmal allein schon teurer als 10€. Je weiter ein Land entwickelt ist, desto mehr ist auch das Geld wert. Der Unterschied zwischen Dirham und Euro ist schon krass. Selbst in der Türkei kosten ja die Sachen die bei uns 10€ kosten 10 Lira, also die Hälfte bis ein Drittel, aber hier ist es eben noch billiger. Unser Riad war mitten in der Medina (Altstadt). Die Gassen sind alle total verwinkelt. Von außen wirken die Riads super unscheinbar. Es sind einfach hohe dicke Mauern in leeren dunklen Gassen. Die eine sieht aus wie die andere. Aber kaum tritt man ein sind sie wundervoll! In islamisch-orientalischen Städten haben die Häuser immer Innenhöfe und Dachterassen. Das soll zum Schutz der Privatsphäre sein. In der Mitte der Innenhöfen befinden sich Wasserbecken, die dafür sorgen, dass die Luft angenehm kühl ist.

Die Gasse zu unserem Riad:

Unser Zimmer:

Der Innenhof:
Frühstück <3
Die Dachterasse:

Die Jungs, die in den Restaurants und Riads arbeiten, erinnern mich so an Türken. Ich habe ja selbst in einem Restaurant und Hotel in der Türkei gearbeitet und sie sind einfach genau derselbe Typ! Ich finde Marrakesch hat viel Ähnlichkeit mit der Türkei. Die Landschaft ähnelt sich, die Menschen ähneln sich, die Souks ähneln den Basaren in Istanbul, selbst die Straßenschilder ähneln sich. Es ist alles nur noch einen Tick orientalischer. Ich habe Marrakesch so empfunden wie die Türkei noch vor 10 Jahren war.

In der Stadt gibt es einen zentralen Platz, den Djamaa el Fna. Auf ihm tummeln sich arabische Wahrsager, Schlangenbeschwörer, Wasserverkäufer in ihren traditionellen Gewändern, Geschichtenerzähler, Zauberer, Frauen, die einem Hände und Füße mit Henna bemalen, Leute die getragene Gebisse und einzelne echte Zähne verkaufen und welche die Affen halten, in Kostüme stecken und Touristen Fotos mit ihnen machen lassen (schrecklich), sowie Akrobaten, Musiker und Leute die die Menschen nach (wohl gemerkt eindeutig abgefüllten) Fanta-, Cola- und Spriteflaschen gegen Geld angeln lassen (ähnlich wie die Automaten in denen man nach Kuscheltieren baggert). Die Schlangenbeschwörer legen ihren Kunden Schlangen um und lassen sie Fotos machen. Sie spielen Flöte und die Cobras richten sich auf. Die Wasserverkäufer machen glaube ich sogar mehr Geld damit, dass Touristen Fotos mit ihnen machen und sie dafür Geld verlangen. Nur ab und zu kaufen ein paar Einheimische z.B. wenn ihr Kind gerade Durst hat Wasser. Es ist faszinierend, denn den Geschichtenerzählern hören wirklich viele Marrokaner zu und auch die Zauberer haben viele Zuschauer. Obwohl niemand es schafft, versuchen auch immer wieder zig Menschen die Softdrink-Flaschen zu angeln!

Djamaa el Fna:

Akrobaten:

Einfach aus Interesse haben wir uns mal zu einem Zauberer gestellt und ihm zugeschaut. Ununterbrochen hat er wie monoton irgendetwas auf arabisch heruntergeredet, ein Ei genommen, auf es eingeredet, es in ein Stück Papier eingewickelt, dann Wasser in ein Glas gefüllt, das Ei wieder ausgewickelt und in das Glas gelegt, dann das Papier darüber gespannt, das Glas umgedreht und auf den Boden gestellt, seinen Schal herausgenommen und darüber geworfen und schließlich wieder das Ei aus dem Glas geholt. Das wars. Es ist rein gar nichts passiert. Das ganze hat mindestens eine halbe Stunde gedauert. Ich hatte zumindest erwartet, dass das Ei verschwindet oder größer wird oder irgendetwas passiert. Es würde mich wirklich interessieren was er die ganze Zeit erzählt hat.

Viele Leute machen auch in irgendeiner Art Musik, spielen ein Instrument, singen etc. und oftmals tanzen dazu auch alte marokanische Männer extrem begeistert. Das ist wirklich süß. An unserem letzten Tag habe ich mir auch Henna auf die Hand malen lassen. Ich kam natürlich wirklich an den einzigen Homosexuellen glaube ich! :D Normalerweise malen nur Frauen Henna und ich bin auch zu einer relativ alten marrokanischen Frau gegangen, aber sie hat wohl ihren Sohn gerufen, der eindeutig homosexuell war. Er hat sich angezogen wie eine Frau, trug ein Kopftuch und war geschminkt. Von Weitem hätte man auf jeden Fall gedacht, er wäre eine Frau. Und dann seine Stimme! Das war so lustig! Als er erfahren hat, dass wir Deutsche sind, hat er uns direkt erzählt dass er mal in Köln war - passt ja! :D Dazu muss man wissen, das Marrakesch die Stadt für Homosexuelle in Marokko ist - eben wie Köln von Deutschland. Offiziell ist Homosexualität in Marokko zwar verboten und steht unter Strafe, doch das wird in Marrakesch einfach so akzeptiert. Auch viele homosexuelle Touristen aus Europa fahren nach Marrakesch. Ich finde es toll, dass es sowas in einem arabischen Land gibt!

Henna:


Außerdem wird eigentlich auch alles mögliche andere auf dem Platz angeboten: Schmuck, Lampen, Kosmetik... Vor allem von den Kosmetikständen weht ein extrem starker Weihrauchgeruch über den Platz. Es gibt Musik-, Trockenfrüchte- und Orangensaftverkäufer. Ich habe mir auch einen Orangensaft bei einem alten Mann geholt. Er sah so lieb und knuffig aus. Ein Glas kostet 4 Dirham, also 40ct. Achtet darauf, solltet ihr auch mal nach Marrakesch fahren, dass ihr sagt, dass ihr kein Eis in den Saft möchtet! Das sollte man wirklich seinlassen. Erstens hat man dann mehr Saft und zweitens ist das Risiko, dass man davon Durchfall bekommt sehr hoch.

An den Seiten vom Djamaa el Fna sind Cafés mit Dachterassen von denen man einen wunderbaren Blick über den Platz hat. 

Sobald die Dämmerung einsetzt werden auf dem Platz in Windeseile Garbuden aufgebaut, Zelte in denen gekocht wird. Man erkennt den Platz von Weitem, da es über den Zelten extrem dampft. Sogar vom Flugzeug aus konnten wir auf dem Rückflug den Platz anhand des Qualmes der darüber aufsteigt erkennen! Wenn man dorther geht wird man zig mal angequatscht und die jungen Männer die dort arbeiten sind tierisch aufgedreht. Das ist zwar anfangs lustig, aber teilweise auch wirklich stressig, wenn man den ganzen Tag herumgelaufen ist und einfach nur entspannt was essen und einen Tee trinken möchte und dann andauernd neben einem "That's the way aha aha I like it" gesungen wird. Das Essen, muss man jedoch sagen, ist wirklich gut! Nationalgericht ist Tajine - Das ist alles Mögliche, zubereitet in einem spitzen Tontopf. Das kann man auch ohne Bedenken essen, da es wirklich stundenlang vorher kocht. Wir haben uns auch direkt drei Tajine gekauft und mein Vater ist total begeistert! Jeden zweiten Tag gibt es jetzt bei uns zu Hause Tajine.

Tajines: 

die Garbuden:

Super lecker ist auch der Minztee und Café Noire, so etwas wie ein großer Espresso.

Das Obst ist so lecker und schmeckt so intensiv und saftig! Ich habe so viele Mandarinen gegessen, das glaubt man kaum!

Einmal waren wir in einem Restaurant/einer Bar von einem richtig schwarzen Marokkaner, also keinem Berber und seiner Familie. Er hat erzählt, dass seine Familie aus der Wüste kommt und sie Tuareg waren. Die meisten Tuareg sind anscheinend schwarz. In dieser Straße hielten sich sehr viele Schwarze auf, alle mit blauem Turban. Sie waren alle super freundlich. Das Restaurant, in dem wir gegessen haben, war anscheinend ein Treffpunkt für dunkle Marokkaner ca. zwischen 20-30 Jahren.

Als wir da waren, waren gerade die Filmfest-Spiele. Auf dem Platz wurde eine riesige Leinwand und Bühne aufgebaut und an einem Tag kamen Bollywood-B-Promis zu Besuch und haben darauf getanzt und es wurden Bollywood-Filme gezeigt. Sharukhan hat eine Video-Botschaft hinterlassen, dass er traurig ist, dass er nicht da sein kann. Alle waren total begeistert. Bei extrem übertreibenen Kampfszenen haben selbst die Kellner im Restaurant auf die Leinwand gestarrt und "Boah" gemacht. :D Süß. Passt irgendwie, dass Marokkaner Bollywood mögen. Am nächsten Tag lief ein Film mit Bruce Willis aus dem Jahr 2000 auf Französisch.
Jeder geht einfach immer wie selbstverständlich davon aus, dass man zum Djamaa el Fna möchte und will einem den Weg weisen. Lasst das auf keinen Fall zu! Vor allem Kinder sind sehr penetrant. Aber sie führen einen in die Irre und durch tausend Gassen hin und her und verlangen nacher richtig viel Geld und wenn nicht machen sie einen Aufstand und man wird sie nicht mehr los. Selbst wenn man den Weg kennt und sagt "Nein danke, wir kennen den Weg, wir wollen deine Hilfe nicht.", laufen sie einem einfach hinterher und verlangen nachher Geld. Auch wenn man selbst gegangen ist und sie nur ungewollt wirklich hinter einem her laufen. Einmal waren zwei Jungs, ich schätze sie 15-17 Jahre alt, so penetrant und haben meine Mutter wirklich bedrängt, bis ich mich umgedreht habe und sie auf Französisch mal richtig derbe zur Sau gemacht habe. Das hat mir Leid getan, aber es ging ja anscheinend nicht anders. Da war ich wirklich froh Französisch zu können. Daraufhin haben sie sich dann sofort entschuldigt und sind abgehauen. Vertraut niemandem was den Weg angeht! Sie nennen einem absichtlich den falschen Weg. Das ist nicht boß eine Vermutung von einer Touristin, der es so vorkam. Nein, unser Riad war wirklich sehr nah am Djamaa el Fna und der Weg sehr einfach und auch wenn man sich einmal in den Souks (Basaar) zurechtgefunden hat, ist es eigentlich leicht wieder zum Platz zu finden. Wir kamen gerade vom Platz und kannten den Weg und zu uns kamen mehrmals irgendwelche Leute, die unaufgefordert meinten uns den Weg zum Platz zeigen zu müssen: genau in die andere Richtung. Ein anderes Mal hat uns wieder jemand ungewollt geraten wo wir hergehen sollen um zum Platz el Fna zu kommen, nämlich umkehren. Wir haben ihn ignoriert, sind noch genau 2m um die Ecke gegangen und standen auf dem Platz! Ein anderes Mal als wir relativ weit weg gelaufen waren, haben wir tatsächlich mal unauffällig einen Kompass, den wir extra für solche Situationen mitgenommen hatten, gezückt. Da kam ein Junge auf uns zu und hat uns den Weg genau in die andere Richtung gewiesen! Oder oftmals wurde uns auch gesagt wir sollen nicht weiter gehen, da hinten wären alle Geschäfte zu. Auch das war natürlich einfach erfunden und wenige Meter weiter stand man wieder super zentral. Sie verarschen einen absichtlich! Auch die Schilder führen kreuz und quer. Man geht eine Straße entlang mit einem Schild "Djamaa el Fna rechts" 10 Meter weiter steht dasselbe Schild und zeigt nach links!
Zum Beweis dieses Foto:

Es kommt mir so vor als hätte die ganze Stadt sich verschworen. Das ist Taktik. Auf diese Weise verlaufen sich die Touristen in den Souks und kaufen. Denn nicht nur diejenigen die einem den Weg über 1000 Umwege zeigen verdienen daran, sondern auch Taxis und jeder an dessen Geschäft hilflose Touristen vorbeikommen.

Es gibt auch eine Art Fußgängerzone. In Marrakesch kann man prima Shoppen! Ich habe mir perfekt (!!!) gefakete Nike Frees 3.0 und Vans gekauft für jeweils 250 Dirham = 25€ und 100 Dirham = 10€ und meine Mutter Chucks für ebenfalss 100 Dirham. Ich habe sie vorher mit Fotos von den echten verglichen - nicht nur das Schild mit dem Label, die Sohle, die Form, nein jede Naht ist exakt gleich wie das Original!

Die Moscheen sind alle aus rötlichen Steinen gebaut und haben gar nicht diese typischen runden Dächer wie es sie in der Türkei und Arabien gibt. Zu Beginn hatten wir die Taktik uns an der Moschee zu orientieren, doch erstens sieht man sie im Gewirr der Souks sowieso nicht und zweitens ähneln sie sich alle sehr, man kann sie kaum unterscheiden! Den Muizin hört man hier kaum und irgendwie interessiert es auch anscheinend niemanden. In der Türkei macht man sobald er anfängt zu singen aus Respekt z.B. das Radio aus. Keinesfalls so in Marrokko. Hier kann man auch kaum von Gesang sprechen. Das ist kein Gesang, das ist Geschrei. Als ich einmal den Muizin gehört habe, habe ich ihn aufgenommen. Vergleicht man ihn mal mit dem Muizin in Istanbul und an der Mittelmeerküste der Türkei - teilweise ist es derselbe Text, aber was für ein Unterschied!

An einem Tag kam der König Mohammed VI. oder auch Mohammed Ben-Al Hassan zu Besuch. Er ist jung, zumindest für einen König (52 Jahre) und angeblich sehr liberal. Das Volk scheint ihn zu lieben und feiert ihn! Er hat in der Moschee gebetet und überall auf den Dächern waren Scharfschützen positioniert. Wie in der Türkei sind auch in Marokko so oder so alle Polizisten mit Maschinengewehren bewaffnet.

Um die Ecke an der Moschee habe ich diese Chips gekauft. Sie schmecken wirklich gut. Zwei Jungs haben einen kleinen Wagen und schneiden vor einem Kartoffeln in hauchdünne Scheiben, die sie dann in Fett frittieren und salzen. Da weiß man zumindest noch was drin ist. Und für 1 Dirham d.h. 10ct kann man ja wohl nichts sagen!

Wir haben das Museum besucht und den Palast. Die Gebäude sind beeindruckend! Es ist schon ein Wahnsinn wieviel Kleinstarbeit hinter all den Verzierungen steckt. Und man bedenke, dass das alles vor so vielen Jahre erbaut wurde!

Das Museum:
Moderne Kunst - Ich finde das passt nicht.

Der Palast:

Die Lampe die im Museum hängt ist größer als mein gesamtes Haus zusammen. Das kann man sich kaum vorstellen was für ein gewaltiges Ausmaß sie hat. Allgemein sind die Lampen in Marrakesch wirklich beeindruckend.
Dieses Foto von einem Lampenmacher in seinem Laden ist super gelungen! Ich finde es sehr ausdrucksstark.
Außerdem waren wir noch im Jardin Majorelle, dem ehemaligen Garten von Yves Saint Laurent. Diese Pflanzenvielfalt ist so großartig und auch die Farben, dieses Blau (so intensiv!) und das Gelb sehen so toll aus! Ich hätte auch mal gerne einen solchen Garten gehabt!!
Seht selbst:

An unserem letzten Tag sind wir nach Kasbah gelaufen. Dieses Viertel ist berühmt, da dort früher sehr viele Hippies waren. Hier befinden sich auch die Sahirgräber, eine bekannte Sehenswürdigkeit der Stadt. Ich finde sie aber nicht so interessant.

Kasbah:

Sahirgräber:
Wie ihr auf den Fotos seht, gibt es in Marrakesch sehr viele Störche und hinter der Stadt erstreckt sich direkt das Atlasgebirge. Das erinnert mich ein wenig an Rize.
http://www.jodie30o.blogspot.de/2013/12/turkei-istanbul-u-schwarzmeerkuste.html

Die Stadtmauer ist noch größtenteils erhalten und erst hinter den Toren der Stadtmauer (die alle "Bab ..." heißen) beginnt die Neustadt. Sie ist für meinen Geschmack jedoch nicht so schön, da sie mir zu europäisch ist, zu gewöhnlich. Außerdem passt es irgendwie nicht. Man kommt sich vor als sei man in The Prince of Persia gelandet (wurde z.T. auch dort gedreht) und plötzlich ist dort ein Platz (place du 16 novembre) mit Zara, Mango etc. und Schildern die einem Frohe Weihnachten wünschen und Mc Donalds.
Das ist am Bab Doukala.


Aber außerhalb der Stadtmauern befindet sich nicht nur die noble Neustadt, sondern eben auch durchschnittliche Wohngebiete wo das Leben weniger glamourös ausschaut.
Es wundert mich immer, wenn ich so etwas sehe wie z.B. diese Viertel wo der Durchschnittsbürger wohnt oder wenn ich das Leben der Menschen auf der Yayla (Gebirge) in der Türkei sehe, wie glücklich diese Leute sind. Sie jammern nicht, sie sind super gastfreundlich und einfach gut drauf. Nicht Geld macht glücklich. Ich glaube ein einfaches Leben macht glücklicher. Man müsste meinen sie leben in großer Armut und Not, aber es macht allen Anschein, dass sie glücklicher und einfach zufriedener sind als wir, die wir verwöhnt in unseren Luxuswohnungen in den Industrieländern leben und einen Haufen Geld für Technik, Mode und Vergnügen ausgeben und trotz allem unter Depressionen und Burn-Out-Syndrom leiden. Die Einstellung der Menschen in südlichen Ländern ist so grundauf anders. Sie leben viel gelassener, machen sich keinen Stress.

Auf den Straßen laufen sehr viele Katzen herum und ihnen geht es auch echt gut. Sie sind gut genährt, denn jeder füttert sie immer mit Resten. Sie werden wirklich gut behandelt und auch wenn sie in Restaurants herumstreunern oder auf den Stühlen liegen, werden sie nicht verjagt. Hunde hingegen gibt es kaum, denn Hunde werden in islamischen Ländern als etwas Unreines angesehen. Wobei ich das in Marokko noch besser finde als z.B. in der Türkei. In der Türkei kaufen sich junge Türken, die gerne westlich wären, Welpen, die sie in ihrer Handtasche herumtragen und wenn sie einmal groß werden, werden sie geschlagen, mit Steinen beworfen, ausgesetzt, vermehren sich extrem und eben oft auch erschossen. In Marokko gibt es einfach kaum Hunde. Esel werden genutzt um alles mögliche zu transportieren. Sie sind so liebe Tiere!


Es war überhaupt kein Problem als zwei Frauen allein durch die Stadt zu laufen! Wir wurden nie irgendwie blöd angemacht, niemand hat irgendeinen anzüglichen Kommentar etc. gemacht. Und irgendwie hatten wir auch automatisch gar keine Angst.

Leider möchten viele Marokkaner es nicht, wenn man Fotos von ihnen macht (Das ist in muslimischen Ländern nicht gerne gesehen.) oder verlangen Geld dafür. Deswegen sind das auch schon alle Fotos, die wir geschossen haben. Ich bin aber trotzdem zufrieden!

Marrakesch wird auch "die rote Stadt genannt". Denn nicht nur die Stadtmauer und die Moscheen sind rot, sondern eigentlich jedes Haus.

Es ist eine wunderbare Stadt! Einerseits ist die Architektur eindrucksvoll, dann sind die Menschen extrem gastfreundlich, man kann tolle Sachen einkaufen und auch einfach nur das schöne Wetter genießen! In Marrakesch fühlt man sich wie in 1001 Nacht und dennoch ist die Stadt total weltoffen und tolerant - Homosexuellen gegenüber, Andersgläubigen gegenüber, Frauen gegenüber.  Auch wenn es nur 4 Tage sind wie bei uns - Es lohnt sich wirklich! Ich kann es euch nur empfehlen, wenn ihr einen günstigen Flug bekommt zuzuschlagen! Man lernt tolle neue Leute kennen (z.B. die zwei Angestellten aus unserem Riad), kann viele außergwöhnliche Geschenke mitbringen, beeindruckende Dinge sehen, tolle Fotos schießen, neue Geschmäcke kosten und einfach eine fremde Kultur (wenn auch nur ein kleines bisschen) kennenlernen!
ein typisches marokkanisches Werkzeuggeschäft

Meine Mitbringsel:
 Parfüm am Stück zum Reiben


Brotkörbe
Fliese mit Hamsa (Hand der Fatima der Frau Mohammeds gegen den bösen Blick, Neid und Dschinn)
araboische Kalligraphie (Das linke ist mein Name und hängt jetzt in meinem Zimmer.)
Diese Postkarte hängt jetzt auch an meiner Wand.

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