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Sonntag, 22. Februar 2015

HeForShe


Die feministische Kampagne von Emma Watson sorgt im Moment in den sozialen Netzwerken für Furore. Emma Watson setzt sich für gleiche Rechte von Männern und Frauen ein. Ein deutlicher Unterschied zu anderen feministischen Aktivistinnen ist, dass sie fordert, dass Männer aus der Feminismusbewegung nicht ausgeschlossen werden. Laut Watson liegt es gerade an ihnen etwas zu verändern. Sie kämpft nicht nur gegen Frauenunterdrückung, sondern auch andersherum gegen Männerhass. Denn viele Frauen sehen im Feminismus eine Abwendung von Männern. Durch die Tatsache, dass es das Wort "Feminismus" überhaupt geben muss, durch die vielen vielen Unterdrückungen, Erniedrigungen, Vergewaltigungen etc., die ja der Auslöser für Feminismusbewegungen sind, entwickeln eben viele "Feministinnen" einen extremen Männerhass. Aber dabei wird Männern genauso Unrecht getan, wie Frauen die als "dumm" oder "untergeordnet" abgestempelt werden.


Emma Watsons Überlegung ist daher nur logisch:
"Wenn Männer nicht mehr aggressiv sein müssen, um akzeptiert zu werden, werden Frauen sich nicht mehr zur Unterwürfigkeit gezwungen fühlen. Wenn Männer nicht mehr kontrollieren müssen, müssen Frauen nicht mehr kontrolliert werden."

Auch wenn Frauen Männern in den westlichen Ländern offiziell gleichgestellt sind, gibt es doch noch täglich Belästigungen und Unterdrückungen von Frauen. Auch Frauen nutzen oftmals ihre Macht aus. Auch einige Frauen belästigen zum Beispiel kleine Jungen sexuell. Das ist nicht weniger schlimm als das Verhalten einiger Männer und das kann man nicht tolerieren und sollte man nicht außen vor lassen. Frauen sind nicht heilig und keine generell besseren Menschen und Männer sind keine Monster und von Natur aus böse. Genau deshalb ist HeForShe eine Kampagne für ein Miteinander, nicht gegen Männer. Tatsächlich ist es aber nunmal so, dass Macht in der Regel doch einfach von Männern öfter augesnutzt wird und Frauen darunter leiden als andersherum.

Selbst ich, die ich in einem kleinen Ort eher ländlich gelegen in einer heilen Welt und heilen Familie lebe, bekomme das tagtäglich mit und musste das selbst schon erfahren. Anzügliche Kommentare sind die Regel. Männer die schätzungsweise 40 Jahre älter sind als ich, glotzen einen an als wäre man auf einem Viehmarkt und lassen irgendeinen ekelhaften Spruch. In der Disko wird man von jedem begrabscht und das liegt ganz sicher nicht daran, dass ich in irgendeiner Weise anzüglich tanze oder knapp angezogen bin - denn das tue ich nicht und das bin ich nicht. Ich habe am eigenen Leib erfahren müssen, dass Männer nicht aufhören, wenn man Stopp sagt. Und ich bin bei Weitem nicht die einzige. Ich kenne mehrere Mädchen in meinem engsten Freundeskreis, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Und wie gesagt - ich lebe in einer anständigen Kleinstadt! Natürlich gibt es auch Frauen, die auf nichts anderes aus sind, als angemacht zu werden und ich kann nachvollziehen, dass einige sagen Frauen würden so etwas "provozieren".

Aber Fakt ist egal wie sehr eine Frau sich inszeniert - Wenn sie klar und deutlich Nein sagt, hat jeder Mann das zu respektieren!

Doch auch abgesehen von körperlicher Belästigung werden jeden Tag ganz nebenbei frauenfeindliche Witze gemacht... Besonders schlimm ist das, wenn Männer in einer höheren Position sind und das ausnutzen. Denn auch wenn ich es nicht gut heiße, sehen sich viele Frauen dann gezwungen nachzugeben oder einfach still zu sein und sich nicht gegen Unterdrückung oder Kommentare zur Wehr zu setzen.

Und bis hierhin habe ich nur von der Situation in Deutschland und anderen weit entwickelten demokratischen Ländern gesprochen. Wie Frauen in islamischen Ländern behandelt werden, ist noch einmal ein ganz anderes Thema!

Das Thema Feminismus ist also aktueller denn je.

Emma Watson ist eine starke Frau und auch entgegen all der Kritik, die ihr entgegenschlägt und vielen Shitstorms gegen ihre Kampagne, bin ich ein großer Fan von ihr! Als im April fast 300 nigerianische Schülerinnen von der islamischen Terrorgruppe Boko Haram entführt wurden, postete Emma ein Foto von sich mit dem Hashtag BringBackOurGirls.  Als der stellvertretende türkische Regierungschef Bülent Arinç im August Frauen ein sittsames Benehmen mit einem Verzicht aufs Lachen in der Öffentlichkeit empfahl, postete sie ein entsprechendes Foto von sich - lachend. All diese Kleinigkeiten zeigen ihr Engagement. In der Zeit habe ich gelesen, dass sie seit 2013 eine zertifizierte Yoga- und Meditationslehrerin ist. Das spricht für sich, finde ich.
(Lest auch meinen eher modebezogenen Post über sie

Ein Blogger kritisierte HeForShe scharf und appellierte für eine Kampagne namens HeAndShe. Diesen Kritikpunkt kann ich gut nachvollziehen. Denn schließlich soll die Kampagne Gleichberechtigung erreichen, doch allein der Name zeigt schon den "starken" Mann, der der "schwachen" Frau helfen soll. Und eigentlich erreicht die Kampagne nichts, außer dass vermutlich sowieso sehr offen eingestellte Männer, auf einen Button klicken, dass sie sich für die Gleichberechtigung der Geschlechter einsetzen. Welchen Effekt hat das auf die Vergewaltigungen, Steinigungen, Entführungen, Zwangsehen und Beschneidungen in den islamischen Ländern? Watson macht überhaupt keine konkreten Vorschläge wie man praktisch vorgehen sollte.

Wie dem auch sei - eins hat sie damit erreicht, nämlich Aufmerksamkeit erregt. Vielleicht kann durch ihre Kampagne wieder eine neue Debatte entflammen, vielleicht kann diese Vorurteile abbauen und sensibilisieren, vielleicht überdenken tatsächlich einige Männer ihre Einstellung. Zumindest schadet es nicht und schließlich hat jede große Veränderung klein angefangen.

#HeForShe !!!




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