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Dienstag, 18. April 2017

Lykischer Weg: Fethiye - Beycik

Leider kam ich sehr lange nicht mehr dazu hier etwas zu posten, da ich gerade umgezogen bin und angefangen habe zu studieren. Eine sehr aufregende Zeit... Daher hole ich jetzt einiges nach.

Im Mai letzten Jahres war ich mit meinem Freund und meinem besten Freund (der auch der beste Freund meines festen Freundes ist) einen Monat lang in der Türkei wandern. Von Köln sind wir nach Dalaman geflogen und von dort aus direkt nach der Ankunft mit dem Bus für 10TL pro Person nach Fethiye gefahren. Dort sind wir kurz durch die Stadt geschlendert, haben im Teehaus eine Kleinigkeit gegessen und sind daraufhin mit dem Bus auf den Hügel nach Ovacık gefahren. Eigentlich könnte man das Stück auch durchaus zu Fuß gehen. Allerdings sollte man sich dann vorher rausschreiben wo man lang muss. Das hatten wir nicht getan und die Einwohner in Fethiye konnten uns nur sehr vage weiterhelfen. Den Einstieg in Ovacık zu finden ist sehr simpel- einfach den Busfahrer fragen, er hält dann an der richtigen Stelle und dort ist der lykische Weg auch schon ausgeschildert. 
am Flughafen
im Flugzeug
der Einstieg
Wegmarkierungen
Am ersten Tag sind wir an Ölüdeniz vorbeigewandert und haben auf einer Anhöhe kurz vor Faralya geschlafen. Der Ausblick über das Meer war sensationell, die Landschaft sehr schön und menschenleer. Nur mehrere Schafe, Ziegen und Kühe haben uns Gesellschaft geleistet. Leider kam jedoch eine Horde Wildschweine nachts sehr nah an unseren Schlafplatz und hat dort herumgeschnüffelt und gewühlt, was mir etwas Panik gemacht und eine ziemlich schlafarme Nacht beschert hat. 
Blick auf Ölüdeniz
Die Türkei ist ein botanischer Garten.
Am nächsten Tag sind wir schließlich bis Faralya gewandert und haben dort bei einem sehr netten Imker, Özcan Ölmez, auf einer Couch mit super Ausblick über das Meer geschlafen, der dort selbstgesammelten Honig und frisch gepressten Orangen- und Granatapfelsaft für jeweils 5TL verkauft. Er war sehr gastfreundlich und offen. Er hat uns sofort den Schlafplatz umsonst angeboten und auch umsonst morgens früh aus Fethiye Brot und Simit zum Frühstücken mitgebracht und Honig angeboten. Er wohnt mit seiner Familie in Fethiye und fährt nur tagsüber auf die Anhöhe bei Faralya, um dort Wanderern Säfte und Honig zu verkaufen. Sein Honig ist sehr zu empfehlen! Er ist flüssiger als deutscher Honig und schmeckt viel fruchtiger, mehr wie Marmelade. 
leer stehende Gebäude nahe unserer Schlafstätte, die nun von Kühen bewohnt werden
der Blick zurück auf das Plateau auf dem wir die vorherige Nacht schliefen
Rast an einem Süßwasserbrunnen
eine majestätische Ziege, die wir gerne geritten wären
Diese Schlange kam kurz zuvor aus dem Gebüsch gesprungen und hat eine Maus verdrückt.
unser Schlafplatz beim Imker
Am darauffolgenden Tag sind wir nach dem Frühstück bis Kabak gewandert. Als wir in einem Restaurant auf einem Köşk Gözleme aßen haben wir drei Studenten aus Eskişehir kennengelernt, die auch den lykischen Weg wanderten. Sie sind sofort auf uns zugegangen und haben gefragt ob wir ein Stück zusammen wandern wollen. Sie waren 2-3 Jahre älter als wir (22/23) und lustigerweise in derselben Konstellation wie wir unterwegs- ein Pärchen und deren bester Freund. Sie erzählten, dass sie leider nur in der Türkei Urlaub machen können und daher nun den lykischen Weg wanderten, da alle drei sich regierungskritisch geäußert hatten und daher keine Ausreisegenehmigungen mehr bekamen. Einer war Kurde und der andere hatte bereits von der Regierung aufgrund seiner offenen Kritik an der AKP den Pass abgenommen bekommen. Und das bereits im Frühjahr 2016, noch vor dem Putsch etc.! 
das Restaurant in dem wir in Kabak Bekanntschaft mit den Studenten aus Eskişehir machten
Wir wanderten zunächst vom höher gelegenen Dorf hinunter zum Strand von Kabak. Dort befindet sich ein Restaurant, ein Lebensmittelgeschäft (sehr überteuert) sowie eine Pension. Sie sind jedoch etwas hinter dem Strand gelegen und stören daher kaum. Der Strand ist recht klein, aber sehr sympathisch. Hinter dem Strand befindet sich ein kleines Waldstück. Außerdem kann man zu nahegelegenen Höhlen schwimmen und dort ein bisschen tauchen und auf Felsen klettern und herunterspringen. Die Menschen die wir am Strand trafen waren allesamt sehr liberal und offen eingestellt und eher 'Hippies'. 
Wenn man am Ende des Strandes ein Stück nach rechts klettert, gelangt man zu einer kleinen Bucht mit einem Felsen davor. Sie ist sehr schön und eignet sich gut zum Übernachten und Grillen, da man am Strand von Kabak z.B. kein Feuer machen darf. Dort ließen wir uns nieder. Wir schwammen, kletterten auf den Felsen, sammelten Holz, grillten und saßen noch lange bis in die Nacht am Feuer gemeinsam bis wir schließlich mit unseren neuen Freunden in deren Zelt schliefen. 
In Kabak kauften wir am nächsten Tag sehr preiswert Oliven und Yufka-Brot bei einer Einwohnerin. Unsere Wege trennten sich, da wir weiter wandern, aber unsere türkischen Freunde noch einen Tag in Kabak bleiben wollten. Wir schliefen die kommende Nacht im Wald zwischen Kabak und Alınca neben einem Grab, da das der einzige Ort war an dem der Boden eben war, sodass wir mit unseren Schlafsäcken und unseren Isomatten halbwegs bequem übernachten konnten. Daraufhin wanderten wir bis zu dem kleinen Bergdorf Alınca und kamen dort, aufgrund des einsetzenden starken Regens, für eine Nacht in einer sehr günstigen Pension unter. Die Besitzer waren sehr gastfreundlich, die Zimmer waren klein, aber sauber und das Essen war sehr lecker. 
Von dort wollten wir eigentlich über Boğazıçı nach Bel wandern. Während des Wanderns verliefen wir uns jedoch und es begann stark zu regnen, weshalb wir bis Gey trampten. Ein Mann sammelte uns auf und nahm uns gemeinsam mit seiner Großmutter in einem sehr vollen Auto mit. Daraufhin kamen wir in Gey in einer Pension seiner Familie unter. Diese trocknete sofort unsere nassen Sachen, kümmerte sich wunderbar um uns und versorgte uns mit reichlich leckerem; frisch zubereiteten Essen. Die Unterkunft war sehr preiswert und die Besitzer waren sehr herzlich. In Gey suchten und fanden uns unsere Freunde aus Kabak. Wir verbrachten den Abend gemeinsam und frühstückten am nächsten Morgen zusammen. 
Wir wanderten weiter vorbei an Gavurağılı, überquerten den Fluss Eşen Çayı/Xanthos und entlang des Strandes von Patara. Dieser ist sehr lang und wunderschön. Das Meer ist sehr wild und es ist sehr windig. Deswegen sollte man nicht schwimmen gehen und Liegen ist aufgrund des vielen Sandes, den man permanent ins Gesicht bekommt, auch nur hinter den vielen hohen Dünen möglich. Das ist ein Segen, da der Strand ansonsten bestimmt schon touristisch erschlossen wäre und die einzigartige Natur dort, wie bereits an so vielen türkischen Stränden, auch zerstört wäre. 
ein aufziehender Sandsturm
Frühstück
Rast in einem "Restaurant" - Der Mann hat uns zu sechst einfach so viel zu essen gemacht bis wir auf 20TL kamen, da er nicht wechseln konnte.
Am Strand trafen wir per Zufall einen deutschen Touristen, der uns etappenweise, vorbei an zig Tomaten-Gewächshäusern, bis Karadere fuhr. Wir machten einen Zwischenstopp und besichtigten die antike Ausgrabungsstätte Letoon 
In Karadere kauften wir ein und ein Bauer nahm uns auf der Ladefläche seines Lasters mit bis Kınık
Dort kauften wir weiter ein und trampten schließlich bis Kalkan. Wir verbrachten den Tag zusammen in Kalkan und gingen schwimmen. Unsere Freunde zogen weiter zum Kaputaş Plajı, einem kleinen schönen Strand direkt unterhalb der Schnellstraße D400, die von Fethiye am Meer entlang nach Antalya führt. Mein Lebensgefährte, mein bester Freund und ich blieben in Kalkan und schliefen die Nacht auf einem Platz etwas zurückversetzt hinter der Küste und der Straße aber noch vor dem Felsen auf dem Hotels stehen und die Stadt beginnt, im Westen der Stadt. Den ganzen Abend wurden wir in Kalkan von einem wunderschönen und verschmusten schwarzen Straßenhund begleitet und morgens früh begrüßte uns ein anderer großer heller Hund, der jedoch vermutlich nicht wild war, da er ein Halsband besaß mit der Aufschrift "Jack". Er legte sich einfach zu uns auf die Isomatte und weckte uns dadurch. 
unser Schlafplatz, leider ein Finger mit drauf
Shishabar in Kalkan
Wir trampten bis Kaş und trafen dort unsere Freunde wieder. Noch am selben Tag wanderten wir weiter und schliefen auf einem Feld hinter Bayındır
die Innenstadt von Kaş
Ruinen bei Kaş
Am folgenden Tag wanderten wir bis zu einem kleinen Strandstück ohne eigenen Namen an dem sich auch Nuri's Beach Bungalow befindet. Dort wollten wir eigentlich nur eine kurze Pause einlegen und schwimmen gehen. Meinem besten Freund ging es jedoch schon seit dem Morgen nicht gut und mit mal zu mal schlechter, sodass unsere türkischen Weggefährten schon weiterzogen und wir noch am Strand blieben. Wir übernachteten auf einem nahegelegenen Feld.
 
unser Wanderoutfit zum Hitzeschutz
Da sich die Nacht über herausstellte, dass unser Freund sich eine Magen-Darm-Grippe eingefangen hatte, baten wir einen Fischer uns nach Kaş zurück zu fahren. Wir zahlten ihm 10TL und mieteten für unseren Freund ein Zimmer im Saray Otel in Kaş. Das Hotel liegt sehr zentral. Es ist klein, aber sauber und sehr sympathisch. Vor der Eingangstür hält immer die Mutter des Besitzers, eine alte Frau, auf einem Plastikstuhl den ganzen Tag Wache und beobachtet die vorbeilaufenden Menschen. Sie ist sehr herzlich. Mein Freund und ich nahmen uns kein Zimmer, sondern übernachteten einen Tag in einer Ruine gegenüber des kleinen Strandes namens Büyükçakıl Plajı am östlichen Ende der Stadt und die anderen Tage durften wir unter der Überdachung des Ada Beach Restaurants am Büyükçakıl Plajı schlafen, da wir befürchteten es würde nachts regnen. Die Besitzer des Restaurants waren sehr freundlich und ich bin ihnen sehr dankbar, dass sie uns umsonst dort schlafen ließen, da sie an demselben Strand auch Campingplätze und Bungalows vermieten. Allgemein ist der Strand sehr weiterzuempfehlen. Er ist klein, aber idyllisch. Etwas näher am Zentrum gibt es auch den Halk Plajı, den "Volksstrand". Er ist noch kleiner, aber auch ganz schön, wenn man in der Stadt mal eine Auszeit braucht. Eine schöne Aussicht hat man auch vom Helikopter Landeplatz "Helikopter Pisti" ebenfalls östlich der Stadt, aber noch vor dem Büyükçakıl Plajı gelegen. Obwohl wir uns kein eigenes Zimmer im Saray Otel nahmen und nur öfters nach unserem erkrankten Freund schauten, hat der Besitzer des Hotels sich angeboten unsere Wäsche zu waschen (da wir diese von Keimen etc. reinigen wollten, damit wir uns nicht anstecken), uns abends zum Tee und morgens zum Frühstück auf einer sehr schönen Dachterrasse mit Blick über die Stadt eingeladen. Das Hotel ist preiswert, zentral, sauber, die Terrasse ist sehr schön, das Essen gut und vor allem ist der Besitzer ein sehr sehr hilfsbereiter Mann! Auf jeden Fall weiterzuempfehlen! Da unser Freund 5 Tage brauchte bis er seine Magen-Darm-Grippe überstanden hatte, haben mein Freund und ich in der Zeit die Stadt Kaş sehr detailliert erkundet. In der Innenstadt finden sich zahlreiche schöne Läden und Restaurants. Sehr sehenswert ist zudem der Markt. Außerdem besichtigten wir das antike lykische Amphitheater Antiphellos Antik Kenti. Als wir im Mai dort waren war die Stadt nicht sehr voll und daher sehr angenehm zu besichtigen. Allerdings habe ich von mehreren Bekannten gehört, dass es im Sommer, der Hauptsaison, extrem voll in Kaş sein soll. Daher würde ich auf jeden Fall jedem empfehlen die Stadt im März/April/Mai oder September/Oktober/November zu besuchen. 
der Balkon des Saray Otel
die Dachterrasse
unser erster Schlafplatz
der Büyükçakıl Plajı
der Weg zum Halk Plajı
der Blick vom Helikopter-Landeplatz
frischer Mais vom Markt
das Amphitheater Antiphellos
Als unser Freund sich endlich erholt hatte trampten wir, da die Zeit knapp wurde, bis Adrasan. Wir fuhren durch Demre und machten Halt an einem Aussichtspunkt mit Blick über Finike
Ein kurzes Stück liefen wir noch nach Adrasan. Dort kamen wir drei Nächte auf dem Campingplatz Adrasan Camping unter. Der Besitzer ist ein sehr sympathischer Mann. Er bat uns an zu zahlen was wir selbst für richtig halten. An einem Tag schwammen wir in eine schöne kleine Bucht am nördlichen Ende des Strandes. 
Schließlich wanderten wir die "Straße" (nicht ausgebaut, sehr steinig und kurvig, Platz für nur ein Auto maximal, über eine weite Strecke) weiter bis zur unbewohnten Bucht Sazak. Dort hatten wir Gesellschaft von Kühen, Ziegen und einer wilden Babykatze, die uns den ganzen Abend aufgeregt zumiaute und um uns schlich, aber sich nicht traute näher zu kommen. Den Süßwasserbrunnen mussten wir mit unseren knappen Wasserreserven wieder zum Laufen bringen, aber zum Glück hat es funktioniert! Zwei Fischer, die in Sazak Rast machten, halfen uns. 
Am nächsten Tag warteten wir bis nachmittags ein Touristenboot vorbeikam und fragten ob sie uns bis zur nächsten Bucht namens Ceneviz fahren könnten. Die Besitzer waren sehr freundlich, verlangten kein Geld und verpflegten uns mit köstlichem Essen. In Ceneviz liefen wir auf eine kleine Anhöhe von der aus man zurück nach Sazak blicken kann. Ein Fischer und Supermarkt-Besitzer aus Çıralı bat uns an bei ihm auf dem Köşk seines provisorisch errichteten kleinen Restaurants zu schlafen, da es nachts in der Bucht von Wildschweinen nur so wimmelt. Anscheinend trauen sich Wildschweine nicht an die Sachen, wenn sie etwas höher gelegen sind (wie z.B. auf dem Köşk). Auf dem Boden jedoch haben sie tatsächlich die Nacht alles durchwühlt. Als ich auf Toilette gehen wollte habe ich 45min dort verbracht, da Wildschweine vor der Tür waren und ich mich nicht hinaus traute bis mein Freund endlich merkte dass ich nicht zurück kam und mich abholte. Da es in derselben Nacht noch anfing stark zu regnen bot der Restaurant-Besitzer uns spontan sogar Schlafplätze auf zwei Couchs in seiner Küche an, damit wir ein Dach über dem Kopf hatten. Am nächsten Morgen bereitete er uns Menemen zu und wir wuschen unsere Wäsche. 
Ein mit dem Restaurant-Besitzer befreundeter Fischer, den wir schon am Abend zuvor kennengelernt hatten, bat uns an uns für 30TL nach Çıralı zu fahren. Dort hielten wir uns die übrige Zeit auf. Wir schliefen in der Abstellkammer eines alten Freundes, der ein Haus auf dem Weg von Çıralı zur Hauptstraße im Wald besitzt. Jeden Tag liefen bzw. trampten wir von dort aus ins Dorf und zum Strand. Zwar mussten wir immer ein, mal mehr mal weniger langes Stück, laufen, aber jedes Mal wurden wir schließlich von jemandem mitgenommen und ersparten uns einen langen aufwendigen Fußmarsch. 
die Fahrt nach Çıralı
Pistazieneis aus dem Restaurant neben dem Orange Market
Essen im Yörük Cafe Restaurant - preiswert, viel und lecker
Wir besichtigten die antiken Stätten, den Strand und die Stadt von Olimpos und trafen dort unsere Freunde aus Kabak wieder. Außerdem trampten wir nach Ulupınar, aßen dort in einem Forellen-Restaurant zu Mittag und liefen dann über Yanartaş, einen mit Gas gefüllten Berg aus dem Feuer kommen, zurück nach Çıralı. 
Zuletzt gingen wir den lykischen Weg noch ein Stück weiter und erklommen den 2.366m hohen Berg Tahtalı. Ab dem Bergdorf Beycik verläuft ein Weg dorthin. Beycik an sich ist schon sehr idyllisch und auch einen Ausflug wert. Zudem gibt es in der Nähe von Beycik nur 1km entfernt auch eine sehr gut erhaltene antike Stadt. Mein Lebensgefährte begleitete uns nur bis nach Beycik und setzte sich dort dann für mehrere Stunden in ein Teehaus als mein bester Freund und ich den Berg bestiegen. Die Besitzerin war sehr herzlich und viele Gäste haben sich für meinen Freund interessiert und versucht sich mit ihm (mehr oder weniger erfolgreich) zu unterhalten. Beim Abstieg trafen wir einen anderen jungen türkischen Wanderer, der uns direkt ansprach ob wir wir seien, er hätte meinen Partner im Teehaus kennengelernt. Und als wir wieder zu dritt Beycik verließen hupte und grüßte ein vorbeifahrender LKW meinen Freund und ein altes Ehepaar winkte uns aus dem Fenster. Sehr witzig. Die Wanderung zum Tahtalı war einfacher als gedacht. Allerdings nutzen wir nicht den eigentlichen Weg, sondern nahmen eine Abkürzung durch ein leeres Flussbett. Was uns auf dem Gipfel erwartete war grausam. Die höchste Stelle des Berges ist komplett zugebaut - mit der einem riesigen Gebäudeklotz der Luftseilbahn Olympos Teleferik. Zig Touristen fahren mit der Seilbahn auf den Gipfel, trinken dort ein überteuertes Getränk in einem Café, lassen ein gestelltes Foto gegen Geld schießen, kaufen sich vielleicht noch ein Souvenir im Souvenirshop und fahren wieder. Die meisten Menschen die wir dort trafen haben überhaupt kein Interesse an der Landschaft, der Natur der Berge, den Tieren, den Menschen die in Beycik leben. Sie fahren bloß dort hoch um ein Foto zu schießen und es in sozialen Netzwerken zu posten oder ein Souvenir zu kaufen. Das ist so traurig. Die Umgebung um den Berg ist wirklich atemberaubend schön und auch der Ausblick ist einmalig. Meiner Meinung nach versaut es diese Station aber absolut. Bei dem Anblick dieser riesen Station habe ich mich wirklich gefragt weshalb Menschen sich einfach so herausnehmen dürfen so einzigartige Naturschauplätze einfach zu bebauen und zerstören und für den typischen Massentourismus zu instrumentalisieren. Das spiegelt so gut unsere Gesellschaft wieder. Wir zwei waren die Einzigen, die auf den Berg geklettert sind und dort auch eine Stunde blieben und trotz der schrecklichen Anlage versuchten die Natur und den Ausblick zu genießen. Trotzdem war es insgesamt doch ein tolles Erlebnis den Tahtalı zu besteigen. Von Beycik wanderten wir dann wieder nach Çıralı. Insgesamt sind wir an dem Tag 50km gelaufen. Danach war ich erschöpft, aber es war trotzdem gut machbar und eine sehr schöne Erfahrung. 
Von Çıralı sind wir zuletzt mit dem Dolmuş nach Antalya gefahren und von der Stadt aus mit dem Bus zum Flughafen und sind von dort über Istanbul Sabiha zurück nach Deutschland geflogen.
ein abstrahiertes Gemälde zur Erinnerung

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